Friday, July 13, 2007

Der Trend geht zum Judenmord

Die Mode ist schon eine altes Arschloch – launisch und wechselhaft läuft sie mal hier-, mal dorthin, verweilt, wo es ihr gerade passt und scheut weder unbekanntes Gebiet noch über die Dekaden längst abgetretene Pfade. In der Provinz hat’s bekanntlich stets kleinere, weniger zahlreiche und tendentiell auch dreckigere Straßen als in der großen Stadt, hier hat es die Mode noch schwerer, ihren Weg zu finden. Manchmal verläuft sie sich.

S
o geschehen in der beschaulichen, sich tapfer gegen jeden aufklärerischen Gestus stemmenden Elisabethstadt Marburg, genauer: im sich tapfer gegen den großen Karstadt-Konzern stemmenden Kaufhaus Ahrens. Dort wird zum «Modetrend» erhoben, womit auf der ganzen Welt Millionen Vollidioten schon seit Jahrzehnten herumlaufen und was Luxusmarken wie Givenchy seit bzw. viel eher vor langem als Modetrend entdeckt haben, der möglicherweise irgendwann mal wirklich einer war.

Das «Palästinatuch», hübsch drappiert mit allerlei weiterem Chic, den die modebewußte Durchschnittsaraberin sicher ebenso gern zur Schau trägt, wird feilgeboten zwischen Sonnenbrillen, Blusen, Hüten. Ei, da freuen sich Mama und Papa, wenn selbst die allerletzte Hinterwäldlerschülerin mal endlich was aus sich macht und bemerkt, daß da modisch was im Busch ist und sich nicht mehr bloß fragt, was die wohl satanistische Modepunkerin aus der Klasse über ihr sich da stets um den Hals wickelt. «Middle East meets West» heißt es dann, wenn der bunte Terrorwickel – gefertigt selbstredend in Saudiarabien – mit den feschen Accessoires vom selben Tisch kombiniert wird: voll trendige Sneaker mit Totenkopfaufdruck oder auch die Crememaske Marke „Intense Passion“ – ja, intensiv muß sie schon sein, die Passion, wenn man’s denn ernst meint mit Jassirs Lappen…

PS: Auch auf internationalem Terrain haben manche den Trend etwas verspätet mitbekommen, mitunter die dank ausgedehnter «Ich trage im Regen stets nur Trägertops ohne BH»-Szenen hinlänglich bekannte Kirsten Dunst.

PPS: Wie sehr der Nazilappen in Mode kommt und wie sehr er der Identifikation von Kinobesuchern mit den Helden schlechter Filme dienlich zu sein scheint, zeigt der jüngst auf Kino-Leinwänden gezeigte Film «Transformers». Was hier noch so für Assoziationen mitschwingen, setzt dem Ganzen noch die Krone auf: