Wednesday, December 24, 2008

Saturday, December 20, 2008

Friday, December 19, 2008

Sunday, July 27, 2008

Walter Pichler



















W
alter Pichler, «TV-Helmet (Portable living room)», 1967
© Walter Pichler
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NYTimes, Generali Foundation


Saturday, April 19, 2008

Blinky Palermo


















Blinky Palermo, To the People of New York City, 1976—77. © Estate of Blinky Palermo/Artists Rights Society (ARS), New York / VG Bild-Kunst, Bonn. Photo: Bill Jacobson.

Saturday, April 05, 2008

Fitna – Viel Aufruhr um nichts?

Nach Monaten des Hinauszögerns ist der Kurzfilm „Fitna“ am 27. März auf dem Internetportal LiveLeak erschienen – wo er aufgrund der Verwendung einer urheberrechtlich geschützten Mohammedkarikatur des dänischen Zeichners Kurt Westergaard inzwischen allerdings nicht mehr zu sehen ist. Schon einen Tag nach Erscheinen mußte LiveLeak den Film schon einmal vom server entfernen, nachdem Mitarbeiter der website persönlich bedroht worden waren.

Bemerkenswert an dem Werk des niederländischen Rechtspolitikers Geert Wilders war vor allem der Eklat im Vorfeld der Veröffentlichung. Der niederländische Premier Jan Peter Balkenende verantwortete einen Notfallplan für in der islamischen Welt lebende Bürger seines Landes, das Justizministerium versuchte, die Veröffentlichung zu verhindern, einen Partner unter den staatlichen oder privaten Fernsehsendern, der bereit gewesen wäre, das Video zu veröffentlichen, konnte Wilders nicht finden. Bezeichnend war bei all den Aktionen vor allem, daß gerade die Sicherheitsinteressen desjenigen, der bei Öffentlichmachung des Werks der größten Bedrohung ausgesetzt wurde – Wilders selbst – die geringste Beachtung fanden. Eher schon sorgten sich niederländische wie EU-Politiker um die durch den Film sehr wahrscheinlich „beleidigten“ Muslime.

Nun stellt sich die Frage, ob Fitna die Aufregung denn „wert war“. Daß bei entsprechender Aufbereitung durch lokale Imame der jeweilige Inhalt der in der islamischen Welt geschmähten Medien, seien es nun Videos oder Bilder, in keinem Verhältnis zu Gewalttaten der Bevölkerung steht, ist eine Tatsache, derer man bereits anhand der Mohammedkarikaturen sich vergewissern konnte. Das große Medieninteresse hatte noch einen weiteren Effekt: Die an den Wildersschen Film gerichteten Hoffnungen waren groß, erwartete man doch wenigstens eine Leistung auf dem Niveau des Filmes „Submission“, für dessen Veröffentlichung Theo van Gogh sein Leben lassen und Ayaan Hirsi Ali die Niederlande in Richtung der sichereren USA verlassen musste. Herausgekommen allerdings ist ein sowohl inhaltlich wie ästhetisch enttäuschendes Werk. Dass dies nichts an einer etwaigen Verteidigung vor allen möglichen kulturell-identitären Unfug konzedierenden Multikulturalisten ändert, muss vorausgeschickt werden, wenn auch dem Film selbst wenig Überzeugendes zugestanden werden kann.

In seinem Inhalt vielfach auf Videoportalen vorhanden, die „Fitna“ selbst ablehnen (der Autor erinnert sich an mehrere Filme mit der auch in „Fitna“ vorhandenen Gegenüberstellung von Koransuren und Bildmaterial im Namen des Islams begangener Angriffe auf den Westen zum Beispiel auf Youtube), betritt der Film kein Neuland der Kritik. Auch die Entscheidung, bei der Abbildung der Terrorakte „den letzten Schritt“ zu machen, den das Fernsehen üblicherweise mit gutem Recht ausblendet, und etwa eine Hinrichtung im Irak durch das Schwert eines Islamisten in voller Länge zu zeigen, erhöht vielleicht den akuten Schockfaktor, ändert aber hoffentlich beim Zuschauer nichts am Wissen um den grausamen Irrsinn solcher Taten. Die getragene Musik von Tschaikowsky und Grieg tut ihr Übriges, um beim Konsumenten des Videos einen äußerst fahlen Beigeschmack zu provozieren – vertraut der Autor etwa nicht auf die Macht der selbst ausgewählten Bilder und will um jeden Preis – zumindest den des schlechten Geschmacks – auch den letzten Tropfen Emotionalität aus dem Material pressen?

Auch ein weiterer zentraler Aspekt des Filmes erscheint zumindest nicht unproblematisch. Es handelt sich dabei um die meist in Bild und Ton vorhandenen Mitschnitte der Reden islamischer Kleriker, die die gewalttätige Botschaft des Islams bewusst forcieren. Als Zuschauer wünschte man sich durchaus, zu erfahren, wer die Antisemiten und Verfechter mittelalterlicher Moral denn sind, die ihren Versammlungen da Hass und Gewalt predigen. Leider erfährt man solch wichtigen Informationen nicht, es geht Wilders auch hier augenscheinlich vor allem um den Effekt des Gesagten, nicht um eine hinterfragende Kritik. Auch eine Statistik, die die Anzahl der Muslime, welche in der EU respektive in den Niederlanden leben in riesigen vertikalen Balken verdeutlicht, kommt völlig ohne Quellenangabe aus. Ganz zu schweigen von der Unsinnigkeit eines solchen Zahlenspieles. Hier wird deutlich die Grenze vom um westliche Grundwerte besorgten zum niederländischen Realpolitiker des rechten Milieus überschritten. Das eigentliche Problem, so stellt es Wilders dar, sind die Muslime selbst und nicht etwa die radikalen Überzeugungen eines unter Umständen nicht einmal so kleinen Teiles unter ihnen.

Diese Trennung hätte man doch gerne gezogen, aber solcherlei Differenzierung, auf die nun doch einmal gepocht werden soll, ist von Wilders wohl schwerlich zu erwarten. So bleibt nach der Betrachtung von „Fitna“ vor allem Enttäuschung über einen Film, der die ihm im Vorfeld zugekommene Aufmerksamkeit besser hätte nutzen können und müssen, ohne dabei seine Wirkung, wohl aber einen Großteil seines überflüssigen Pathos zu verlieren. So bleiben vor allem solche Punkte in Erinnerung, die einen schalen Beigeschmack hinterlassen, und das bei einem Werk, das man gern vollumfänglich verteidigt hätte. In seiner gegenwärtigen Form ist Fitna leider kein guter Film geworden.

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